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Anmeldedatum: 20.01.2010 Beiträge: 512
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Verfasst am: 06.10.2011, 12:43 Titel: Tyrannosaur |
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Beschreibung:
Joseph kann seine Wut nicht unter Kontrolle halten. Bei den meisten Pubs hat er wegen seiner aggressiven Ausfälle Hausverbot. Da trifft er auf die religiöse Hannah, die trotz seiner Beleidigungen die Ruhe bewahrt, ihn zum Besseren bekehren will. Er findet das furchtbar, kehrt aber immer wieder zu ihr in den Secondhand-Laden, den die verheiratete, kinderlose und im Reichenviertel lebende Frau betreibt, zurück. Sie unterhalten sich, kommen sich langsam näher. Da taucht sie eines Tages mit dunkler Brille und blauen Flecken im Gesicht auf.
Wie ein Schlag in die Magengrube wirkt die erste Szene im Regiedebüt des britischen Charaktermimen Paddy Considine (der Journalist in "Das Bourne Ultimatum"). Dass man der Hauptfigur, dem von Peter Mullan wuchtig gespielten britischen Underdog Joseph, der seinen Jähzorn nicht unter Kontrolle hat, danach auch nur noch einen Funken Sympathie entgegenbringt, liegt an der geschickt entwickelten Story (Considine schrieb auch das Drehbuch) und der feinen Inszenierung. Zwischen realistisch anmutender schonungsloser Milieu- und Sozialstudie und überhöhter menschlicher Tragödie um Schuld und Vergebung lässt er eine zarte Liebesgeschichte zwischen Joseph und der tief religiösen, warmherzigen und beherrschten Hannah entstehen. Olivia Colman wurde ebenso wie Mullan für die darstellerische Leistung beim Sundance Filmfestival prämiert. Lässt Mullans Witwer Joseph seiner Wut und Verzweiflung freien Lauf, unterdrückt Colmans Hannah sie, gleiches gilt für die Alkoholsucht. Der Witwer wohnt allein in einer kleinen Wohnung in einer armseligen Gegend, wo er sich einen Kleinkrieg mit dem einen Kampfhund haltenden Freund der Nachbarin liefert, sie in einer Neubauvilla mit ihrem Mann (beängstigend: Eddie Marsan), der sie schlägt. Beide gegensätzlich scheinenden Figuren verbindet ihre tiefe Verletztheit, ja Verzweiflung. Im Laufe der Handlung helfen sie einander, wechseln ihre Rollen vom Helfer zum Hilfesuchenden. Im vorwiegend düsteren, auch in solchen Farben gehaltenen Drama, das mit Humor aufgelockert wird, lässt Considine am Ende auch Hoffnung aufkeimen. Viel Herz hat er bereits vorher für seine Figuren gezeigt, nicht nur für die zwei Protagonisten, sondern auch für die von Josephs sich als mehr als nur guter Trinkkumpan herausstellenden Tommy oder den kleinen Nachbarssohn. Nach dieser beeindruckenden ersten Regiearbeit ist man gespannt, wie sich dieses Talent weiter entwickelt. hai.
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