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Verfasst am: 26.04.2011, 18:28 Titel: Mütter und Töchter |
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Beschreibung:
Karen ist Physiotherapeutin und pflegt abends ihre Mutter, die sie dazu brachte, als 14-Jährige ihre Tochter nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Seitdem fühlt sie sich schuldig. Nach dem Tod der Mutter begibt sie sich auf die Suche nach dem Kind. Elizabeth ist eine exzellente Anwältin, die mit ihrem Chef ein sexuell aufregendes Verhältnis ohne Liebe anfängt. Als sie schwanger wird, bricht sie die Liaison ab, stirbt bei der Geburt. Die glücklich verheiratete Lucy kann keine Kinder bekommen und darf das Baby von Elizabeth adoptieren.
Schicksalhaftes Drama über eine Mutter, die versucht, ihre vor 30 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter zu finden.
Das Schicksal verbindet die Lebenswege dreier Frauen, die nichts voneinander wissen. Karen ist Physiotherapeutin und pflegt abends ihre Mutter, die sie dazu brachte, als 14Jährige ihre nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Seitdem fühlt sie sich schuldig und wütend auf sich selbst, sperrt sich gegen Beziehungen und empfindet große Sehnsucht nach ihrem Kind, das sie nie aufwachsen sehen durfte. Nach dem Tod der Mutter begibt sie sich auf die Suche nach ihm. Elizabeth ist eine exzellente, aber bindungsunfähige Anwältin, die sich auf die Karriere stürzt und mit ihrem farbigen Chef ein sexuell aufregendes Verhältnis ohne Liebe anfängt. Schnell wird klar, dass sie die Tochter von Karen ist. Als sie schwanger wird, bricht sie die Liaison ab, stirbt bei der Geburt. Die glücklich verheiratete Lucy kann keine Kinder bekommen und darf nach einigen Schwierigkeiten das Baby von Elizabeth adoptieren. Zwischen den Frauen steht als ruhender Pol Ordensschwester Joanne die Adoptivkinder vermittelt und am Ende in ihren Akten einen Brief entdeckt, der viel Leid hätte verhindern können.
Die Gefahr eines in Sentimentalität abrutschenden Dramas umschifft Rodrigo García, Sohn des Nobelpreisträgers und Schriftstellers Gabriel Garcá Marquéz, gelassen. Vor allem das kunstvolle Verweben der drei Geschichten und die optimale Besetzung verhindern einen zu starken Druck auf die Tränendrüse. Annette Bening toppt als in sich zerrissene Frau, die nicht ahnt, dass ihre Tochter ebenfalls in Los Angeles lebt, noch ihre Performance in "The Kids Are All Right", Naomi Watts überzeugt als zutiefst emotional zerrüttete und verletzte Person, die sich in Zynismus und Coolness flüchtet. Während Benings Figur im Verlauf der Handlung offener wird, verschließt sich Watts zunehmend in Härte. Die Fokussierung auf diese beiden Frauen hätte genug Stoff geboten und hält auch den Zuschauer Dreiviertel des Films gefangen. Nicht unbedingt zwingend ist die Einführung von Lucy, gut gespielt von Kerry Washington als künftige Adoptivmutter zwischen Unsicherheit, Hoffnung und dem eisernen Willen nach einem Kind. Durch Lucy bricht der in sich geschlossene und intime Kreis. Auf die Fragen, was bedeutet Familie, welche Relevanz haben biologische Eltern, geht Adoption mit Identitätsverlust einher, vermeidet García trotz großer Gefühle eine erlösende und damit falsche Antwort. mk.
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