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Verfasst am: 22.07.2011, 16:39 Titel: Win Win |
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Beschreibung:
Mike, ein mittelmäßiger Kleinstadtanwalt, hadert mit seinem Schicksal. Der Job läuft schlecht, das Geld ist knapp, und das Ringerteam, das er trainiert, verliert einen Wettkampf nach dem anderen. Als er aber seinen Klienten Leo, der an Alzheimer leidet, ins Altersheim steckt und als dessen Vormund monatlich 1500 Dollar kassiert, scheint sich das Blatt zu wenden. Zumal Teenager Kyle, Leos Enkel und hochbegabter Ringer, plötzlich vor seiner Haustür steht und die Mannschaft über Nacht aus dem Dauertief herausholt. Eine klassische Win-Win-Situation, wäre da nicht Kyles drogensüchtige Mama.
Ein erfolgloser Anwalt in Geldnöten und ein Teen-Ringer mit Familienproblemen kämpfen sich ins Leben zurück. Doppelsieg-Strategie, die aufgeht - auch fürs Publikum.
Mike ist ein mittelmäßiger Kleinstadt-Anwalt. Die Familie liebt er, den Job hasst er. Geld ist knapp, selbst um die defekte Heizung zu reparieren, reicht es nicht. Leo, ein Klient von Mike, versinkt langsam in Demenz, will aber nicht aus seinem Haus ausziehen. Als Mike entdeckt, dass Leos Vormund 1500 Dollar im Monat bezahlt bekommt, übernimmt er selbst diese Aufgabe und steckt Leo ins Altersheim. Unmoralisch, aber Leo geht es da besser und Mike braucht das Bare. Ein klassische "Win Win"-Situation, die zudem dadurch versüßt wird, dass plötzlich Kyle auf seiner Türschwelle auftaucht: Ein hoch begabter Ringer, der das desolate, von Mike betreute High-School-Team plötzlich von Sieg zu Sieg führt.
Um "zufällige" Familien geht es bei Autor/Regisseur Thomas McCarthy, um (liebenswerte) Außenseiter, die sich in einem Haus, einer Zweitwohnung oder einem Bahnhof zusammen tun, Zweckgemeinschaften schließen und darüber zu Freunden werden. Zum dritten Mal arbeitet McCarthy, hauptberuflich Schauspieler ("Syriana"), nach "Station Agent" und "Ein Sommer in New York - The Visitor" mit Kameramann Oliver Bokelberg zusammen und erneut mutet ihr Film höchst realistisch an. Um "echte" Leute dreht sich die Story, erzählt von Menschen mit nachvollziehbaren Problemen und alle Unwahrscheinlichkeiten unterstreichen wie in den Romanen John Irvings den Wahrheitsgehalt nur.
In bester Spiellaune zeigt sich einmal mehr Trauerkloß Paul Giamatti ("Sideways"), der als gebeuteltes Schlitzohr gefällt, das mühsam versucht, die Fassade bürgerlicher Wohlanständigkeit aufrecht zu erhalten. Die kantige Amy Ryan ("The Wire") verkörpert das moralische Zentrum der Geschichte, für die komischen (Sidekick-)Momente sind der linkische Jeffrey Tambor und der zappelige Bobby Cannavale als Mikes Co-Trainer zuständig. Das Herz der Handlung - für das auch das der Zuseher schlägt - ist Kyle, gespielt vom Blondie-Ringer Alex Shaffer, der den Lebensmut nicht verliert. Trotz erpresserischer Drogenmama und Prügel-Stiefvater glaubt er an Familie, holt Opa Leo ("Rocky"-Trainer Burt Young) aus dem Heim und versorgt diesen zum Frühstück mit den geliebten Cocoa Puffs. Familie ist möglich, intelligent-anrührendes Family Entertainment auch. geh.
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