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Verfasst am: 24.04.2010, 20:45 Titel: Survival of the Dead |
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Beschreibung:
Auf einer kleinen Insel im U.S.-amerikanischen Norden werden die Menschen von Untoten belagert, die vor kurzem noch ihre Geliebten und Nachbarn waren. Sie bringen es nicht übers Herz, sie endgültig auszulöschen. Ein junger Mann nimmt das Gesetz in die eigene Hand, wird dafür aber von der Insel verbannt. Auf dem Festland schließt er sich einer Gruppe von Zombiejägern an, die bei einem Angriff der Zombies in die Defensive gedrängt werden und sich gerade noch auf eine Fähre retten können. Sie steuern die Insel an und machen eine furchtbare Entdeckung.
Zum sechsten Mal lässt Horrorveteran George Romero ("Night of the Living Dead") die Untoten von der Kette. Diesmal dient eine Insel als Schauplatz, auf der sich unversöhnlich zwei Farmer-Clans bekämpfen.
Es ist so eine Sache mit dem "Kultregisseur" George A. Romero. Jeder Horrorfan kennt seinen Namen, und das zu Recht. Denn ohne ihn gäbe es nicht den buchstäblich nicht totzukriegenden Zombiefilm. Er hat ihn vor über 40 Jahren erfunden, und auch gleich die Regeln dafür festgelegt. An diese Vorgaben halten sich seither sklavisch Romeros zahlreiche Epigonen, selbst wenn sie behaupten, das Thema frei zu variieren, oder gar Komödien daraus destillieren, bzw. Zomedy, wie es wissenschaftlich heißt, oder Romzomcom, falls romantisch. Damit beginnt Romeros Problem. Seine Fans machen inzwischen die besseren Zombiefilme, er ist es, der dem Trend (!) hinterher hechelt. Denn auch er dreht immer noch manisch Zombiefilme. Jetzt, wo die Welle wieder mal alles voll schwappt, ist er besonders fleißig. Für "Land of the Dead" und speziell "Diary of the Dead" mußte er sich aus Fankreisen viel negative Kritik anhören. Ob sich das mit dem etwas widersprüchlich betitelten "Survival of the Dead" besser wird? Die gute Möglichkeit besteht.
Die Geschichte spielt wenige Tage nach dem Ausbruch der Seuche. Während auf dem Festland die Apokalypse ihren bekannten Gang geht, geraten am Haupthandlungsort des Filmes, einer der neuenglischen Küste vorgelagerten Insel, zwei ohnehin bereits erbittert miteinander rivalisierende Familienpatriarchen und ihr schießfreudiger jeweiliger Anhang über den Umgang mit untoten Freunden und Familienmitgliedern in (noch mehr) Streit. Ein um den einen oder anderen eingesammelten Zivilisten verstärkter Trupp versprengter Soldaten erreicht die Insel schließlich per Fähre, macht seine schockierenden Entdeckungen und greift in die Auseinandersetzungen ein.
Der Zombiefilm trifft Romeo und Julia als Western ("Weites Land", um genau zu sein) - das ist neu und von manchem sicher so nicht erwartet. Die Leute machen sich Gedanken, ob man Zombies kontrollieren und halten kann, und als gesellschaftskritischer Aspekt, der bei Romero schon aus Tradition nie fehlen darf, mag die latente Unfähigkeit des Menschen gelesen werden, selbst in kleinsten Gruppen untereinander Frieden zu halten. Nicht jeden Zuschauer wird das überzeugen, doch einen Versuch war's wert, und für die anderen macht Romero das Splatterslapstick-Fass auf. Ohne langwierige inhaltliche Umwege und verstärkt um eingestreute CGI-Effekte attackieren von der ersten Minute Zombies die Lebenden und fallen selbst den übelsten Fallen und unterschiedlichsten Tücken des Objekts zum Opfer. Situationskomik wird groß geschrieben in solchen Momenten, auch wenn sie nicht immer zum bierernsten Vortrag der engagierten, aber wenig charismatischen Darsteller passen will. Ein Low-Budget-Familiendrama mit Zombies, ein archaischer Kampf zweier verfeindeter Landclans unter erschwerten Bedingungen. Dem Festival in Venedig war es eine Nominierung für den Goldenen Löwen wert, und auch die Fantasy Filmfest Nights haben Interesse bekundet. Romero auf dem Wege der Erholung? Der Fan wird's hoffen. ab. |
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