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Anmeldedatum: 20.01.2010 Beiträge: 510
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Verfasst am: 10.04.2010, 22:49 Titel: Black Forest |
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Beschreibung:
Die Paare Mike und Sabine sowie Jürgen und Eva wollen einen Abenteuerurlaub auf dem idyllischen Wunderlehof verbringen, einem kleinen Holzhaus im Schwarzwald. Fernab der Zivilisation gibt es keinerlei Komfort, nur einen alten, defekten Fernsehapparat. Der sendet bald dubiose Signale, die bei den zwei Paaren Wahnvorstellungen auslösen. Man kocht eine Suppe aus Knollenblätterpilzen und massakriert einen harmlosen Wanderer. Die Erkenntnis, dass der Voreigentümer der Hütte in der Anstalt gelandet ist und seine tote Tochter als dämonische Übermittlerin der Halluzinationen fungiert, kommt zu spät.
In einer kleinen Waldhütte gehen sich zwei Pärchen gegenseitig an die Gurgel. Deutsches B-Movie, das Psychothriller und Geisterhorror kreuzt.
Gert Steinheimer, Grimme-Preisträger für den 1989 gelaufenen Sechsteiler "Atlantis darf nicht untergehen", stand nach vielen TV-Filmen der Sinn nach einem waschechten B-Movie, das, unabhängig und für wenig Euro entstanden, die einschlägig bekannten internationalen Vorbilder bemüht und dem er einen weltläufigen englischen Titel für einen kleinen Horrorthriller im Schwarzwald verliehen hat. Sonderlich viel dichtet Steinheimer in seinem Skript nicht hinzu, gestattet sich einen schrägen, teils trashigen Wahnvorstellungstrip im Lokalkolorit des teutonischen Heimatfilms.
Zwei Pärchen schickt der Regisseur in den dunklen Tann: Mike (Adrian Topol) und Sabine (Nikola Kastner) sowie Jürgen (Bernhard Bulling) und Eva (Johanna Klante) wollen einen Abenteuerurlaub auf dem idyllischen "Wunderlehof" verbringen, ein Holzhaus im undurchdringlichen Mittelgebirgswald fern der Zivilisation und ihren Errungenschaften. In solchen Hütten tanzt aber traditionellerweise nun mal der Teufel oder wohnt gar der Antichrist. Technik und Komfort gibt es nicht, hinter einer verbotenen Tür lagert nur ein defekter Fernsehapparat, der bald dubiose Signale sendet, die bei dem Quartett Wahnvorstellungen auslösen, die sie meist nicht durchschauen und ihnen deshalb erliegen. Die Erkenntnis, dass der Voreigentümer bereits in der Anstalt gelandet ist und seine tote Tochter als dämonische Übermittlerin der Halluzinationen fungiert, kommt erst, nachdem Knollenblätterpilzsuppen gekocht, Jagdgewehre durchgeladen und ein harmloser Wanderer massakriert wurden, weil man ihn mit einem Raubmörder verwechselte. Es kommt kurzum zum Äußersten, was sich in viel psychischem Druck, Hysterie und negativer Gruppendynamik niederschlägt.
Ohne nennenswerte Raffinesse malt Steinheimer die grostek-abstrusen Folgen von teuflischen Kochsendungen und verheerenden Fehlinterpretationen der Videoaufzeichnungen des mitgebrachten Camcorders aus, auch wenn das nur bedingt als Mittel taugt, die Macht der Medien zu kritisieren. Dafür ist das Schauspiel mit Anleihen bei deutscher Spuk-Folklore und bei "Blair Witch Project", "Ring" und diversen Haunted-House-Movies zu durchsichtig und holprig, schafft aber einen hübsch verqueren Thriller aus dem Schwarzwald, dessen fabelhafte Naturkulissen zusammen mit dem rabiaten Inhalt viel Charme und Unterhaltungswert ergeben. |
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