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Verfasst am: 07.02.2011, 17:36 Titel: Freundschaft Plus |
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Beschreibung:
Adam ist Regieassistent bei einer Fernsehserie, Emma angehende Ärztin in einem städtischen Krankenhaus. Beide haben schlechte Erfahrungen mit Liebe und Leben gemacht. Eher zufällig landen sie miteinander im Bett und beschließen kurzerhand, sich gegenseitig weiterhin als Sexpartner zur Verfügung zu stehen - ohne jede weitere Verantwortung. Das geht nur kurze Zeit gut: Zunächst verheimlicht Adam, dass er sich längst verliebt hat. Als er Emma seine Gefühle schließlich doch gesteht, lässt sie ihn stehen. Und merkt erst spät, dass ihr Leben ohne Adam auffallend leer ist.
"Evolution" macht auch vor Humorspezialist Ivan Reitman nicht Halt. Seine neue Komödie über Sex als Fluchtvergnügen für Beziehungsphobiker setzt auf Romantik und moderate Gags.
Nach den effektlastigen Genrezwittern "Evolution" und "Die Super-Ex" wagt sich Reitman an einen Beziehungsfilm, der das Romantische stärker betont als das Komische, zurückhaltender wirkt als frühere Filme des Regisseurs und so Anpassungsspuren an das Ouevre seines Sohns Jason zeigt, der mit "Juno" und "Up in the Air" sehr erfolgreich das Subtile und Schräge zelebrierte. An die Stelle der weit hergeholten Konzeptprämissen früherer Hits - schwangerer Mann ("Junior") oder kuriose Blutsverwandschaften ("Twins") - tritt ein realistischere Versuchsanordnung, die allerdings für skeptische Beobachter der Geschlechter ähnlich absurd klingen könnte.
Können Mann und Frau nur als "Sexfreunde" miteinander verkehren, ohne von aufkommenden romantischen Gefühlen belästigt zu werden? "Unmöglich", ruft ein Passant im Sekundenauftritt in die Kamera - und in 107 Minuten bestätigt der Film seine Aussage. Die Ouvertüre zeigt, wie Emma und Adam sich 1996 im Ferienlager kennenlernen, sich auf einer Uni-Party wiederbegegnen und nach weiteren Zufallskontakten mit Blitzsex übereinander herfallen. Damit ist das bevorzugte Kommunikationsmuster etabliert, zumindest, wenn es nach Emma (Natalie Portman) geht, während Adam (Ashton Kutcher) dem Arrangement zwar nicht abgeneigt ist, doch von Beginn an Ambitionen signalisiert, die darüber hinausgehen. Dass einmal exklusiv sie von Bindungsphobien geplagt ist, während er sich eine Beziehung wünscht, variiert das klassische Dilemma vieler Hollywood-Romanzen.
Im Debütdrehbuch von Elizabeth Meriwether wird die Untauglichkeit eines solchen Modells bis zum Happy End nachgewiesen, ohne etwas Unerwartetes einzubringen oder ausreichende Verhaltenserklärungen zu liefern - vor allem für die weibliche Hauptfigur. Der charmante und potente Adam deckt sich mit Ashton Kutchers Image, während Natalie Portman buchstäblich aus der gewohnten Rolle fällt, light und lüstern, betrunken und betörend, mit selbstsüchtigen Tendenzen sogar sporadisch unsympathisch sein darf. Dass Mila Kunis im Kinoherbst 2011 in "Freunde mit gewissen Vorzügen" in einer ganz ähnlichen Konstellation zu sehen sein wird, ist eine komische Randnotiz und führt die in "Black Swan" etablierte Rivalität der beiden Elfen-Beautys fort. Für Ivan Reitman ist der weitgehende Verzicht auf derbere Gags in einer thematisch sexlastigen Komödie ein Bruch mit früheren Arbeiten und im Trend drastischer Wort- und Situationskomik ein Wagnis. Aber genau das ist die Liebe eben auch. kob. |
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