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Anmeldedatum: 20.01.2010 Beiträge: 510
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Verfasst am: 19.12.2010, 17:32 Titel: Vergissmichnicht |
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Beschreibung:
Marguerite heißt jetzt Margaret, weil die Businesswelt, in der sie lebt und als knallharte Managerin überaus erfolgreich ist, nun mal englischsprachig ist. Wegen ihrer Karriere hat sie auch den Kinderwunsch immer wieder zurückgestellt. An ihrem 40. Geburtstag, ein wichtiger Termin mit einem Kunden steht an, bekommt sie ein Päckchen Briefe, die sie sich selbst als Siebenjährige geschrieben hat, um sich als Erwachsene an ihre Wünsche und Träume von damals zu erinnern. Sie beginnt, ihr Leben zu überdenken.
Als Karrierefrau muss sich Sophie Marceau an ihrem 40. Geburtstag die unbequeme Frage stellen, was wirklich zählt im Leben.
Es lässt sich nicht verleugnen, irgendwann kommt das weiche weibliche Herz zum Vorschein bei den ach so taffen Karrierefrauen im Film, ob nun Renée Zellweger in "New in Town" eine Fabrik schließen soll und sich kurzerhand mit den Arbeitern solidarisiert oder Julia Roberts in "Eat Pray Love" von der Erfolgsspur kommt und im fernen Indien in Meditation und einem neuen Mann ihr Heil findet. Zu ihnen gesellt sich nun Sophie Marceau, die als knallharte Managerin ungerührt weltweit Kernkraftwerke verkauft. Margaret, wie sie sich jetzt englisch nennt, ist ganz oben angekommen auf der Karriereleiter, mit ihrem netten Kollegen pflegt sie eine intime Beziehung und irgendwann sollen auch mal Kinder das Glück perfekt machen. Aber noch geht der Beruf vor. Ausgerechnet an ihrem 40. Geburtstag und vor dem wichtigen Meeting mit chinesischen Kaufinteressenten bringt der alte Notar ihres Heimatdorfes ein Briefpäckchen, das sie als Siebenjährige an die erwachsene Marguerite, wie sie eigentlich heißt, geschrieben hat, um sie an ihre Wünsche zu erinnern. Das passt der pragmatischen Lady nicht in den Kram, aber nach und nach - es trudeln weitere Briefe ein - treibt es sie noch einmal zurück in die nicht immer glückliche Kindheit, tauchen Erinnerungen auf an den Vater, der die Familie verließ, die finanziellen Sorgen der Mutter, den Bruder und ihre erste Jugendliebe.
Etwas vorhersehbar entwickelt sich die Handlung mit einem sehr harmonischen Ende. Für Yann Samuell geht es, darum, "seinen Ursprung wieder zu finden. Den Ausgangspunkt neu zu entdecken, an dem man in die Welt geworfen wurde". Auf ihrem Weg der Initiation begegnet Marguerite Personen von damals und Heute, die ein Stück ihres Lebens repräsentieren und sie präg(t)en. Dabei wechseln Szenen zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt sehr schnell, werden Europa und Afrika, Provinz und Metropole gegen einander gestellt, die kühle Arbeitswelt mit ihren riesigen und leeren Räumen und die in warmen Tönen gehaltene und mit unnützen Gegenständen voll gestopfte kindliche Welt. Dazwischen lockern animierte Sequenzen im Stil einer Collage auf. Wenn die kleine Marguerite der erwachsene Margaret wie eine Beschützerin die wirklich wichtigen Dinge ins Gedächtnis ruft, weckt das fast automatisch eine Reflexion über den eigenen status quo und die eigenen einstigen Träume. "Vergissmichnicht" ist die charmante Aufforderung, diese nicht zu vergessen. mk. |
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